Zauberformel Bildung – Innovative Lernformate im tertiären Bildungsbereich

openHPI präsentiert MOOCs auf Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung

Vom 13. bis 19. August lud die Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Stipendiaten zu einem Seminar nach Königswinter ein. Titel der Tagung: „Zauberformel Bildung: Chancen und Grenzen der Pädagogik und des Bildungssystems“. Die 35 Teilnehmer erwartete ein vielseitiges Programm, bei dem neben innovativen Lehr- und Lernformaten auch Fragen nach Chancengleichheit oder nach der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland diskutiert wurden.

Der Freitagvormittag stand ganz im Zeichen der Massive Open Online Courses (MOOCs), für viele Teilnehmer der interdisziplinär buntgemischten Gruppe bis dato noch unbekannt. Nach einer allgemeinen Einordnung von MOOCs in die E-Learning-Landschaft und einer Vorstellung der großen MOOC-Plattformen weltweit, ging ich näher auf openHPI ein, die Plattform, über die das Hasso-Plattner-Institut der Allgemeinheit seit 2012 kostenlosen Zugang zu IT-Wissen bietet. Schnell entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Was genau die Unterschiede zwischen MOOCs und einer Fernuni seien, wollte eine Teilnehmerin beispielsweise wissen. Ob man als Studierender nicht eher auf die Präsenzseminare verzichtet, wenn man die ECTS-Punkte auch bequem von zuhause aus erlangen kann, fragte ein anderer. Welche Vorteile eine Elite-Universität wie Stanford denn davon habe, seine Studienkurse auch kostenlos online anzubieten, welche Business Models es für MOOCs gäbe und ob ein straff organisiertes Studium mit zahlreichen Pflichtmodulen den Einsatz von MOOCs an Unis eher behindere. Unter den Studierenden und Doktoranden kamen unzählige spannende Fragen auf und sorgten für einen kurzweiligen Vormittag.

MOOC Maker Workshop

Nach dieser Einführung ins Thema sollten die Teilnehmer selbst in Gruppenarbeit ein Grobkonzept für einen MOOC entwickeln. Als bewährtes Modell dafür hat sich der MOOC Canvas erwiesen, ein Schema, welches die wichtigsten Fragen beinhaltet, die man sich zu Beginn stellen sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jedes Team überlegte sich zuerst eine übergeordnete Fragestellung, die der Onlinekurs beantworten sollte. Während eine Gruppe sich das Thema „Demokratie erleben: Wie partizipiere ich an politischen Prozessen?“ vornahm und einen Kurs konzipierte, in dem potentielle Teilnehmer probeweise eine eigene Partei gründen durften, beschäftigte sich ein anderes Team mit dem sozialkritischen Thema „Mensch versus Maschine: Wo sind wir ersetzbar?“. Dieser Kurs zielte auf ein internationales Publikum und beinhaltete auch, internationale Referenten einzuladen, die die Situation in ihren jeweiligen Herkunftsländern schildern könnten. „Man könnte Japan als Extrembeispiel bringen“, meinte ein Teilnehmer. „Dort werden Roboter inzwischen auch in der Pflege eingesetzt.“ Die ethische Frage müsste in diesem Fall unbedingt mit transportiert und im Kurs diskutiert werden, darin war sich das Kursteam einig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufklärung in einer unübersichtlichen Welt an Ernährungsmodellen, von Vegetarismus bis zu Trennkost zu schaffen, darum ging es Gruppe 3. Unter dem Motto „Wegweiser durch den Ernährungsdschungel“ sollte ausdrücklich kein Weg verteufelt oder angepriesen werden. Ziel sei die sachliche und seriöse Aufklärung über Dinge wie Kalorientabellen oder Angaben auf Nahrungsmitteln, so eine Vertreterin dieser Gruppe. Das Team hielt besonders das Diskussionsforum für hilfreich, um verschiedene Ansätze und das Problem der Kurzzeit-Diäten, die sich nur über wenige Wochen erstrecken,  mit der breiten Öffentlichkeit zu diskutieren.

Resümee

Das Feedback am Ende dieses intensiven Vormittags war durchweg positiv. Das Konzept MOOC kam sehr gut an – eine Teilnehmerin sagte sogar: „Schlimm, dass ich erst jetzt davon erfahre. Ich habe fachlich bislang wenig mit E-Learning zu tun und hatte das wirklich gar nicht auf dem Schirm.“ Auf die Frage des Seminarleiters Dr. Johannes Gold, wer sich vorstellen könnte, in Zukunft eine der vorgestellten Plattformen zu nutzen, hoben alle die Hände. Was will man mehr?! Ich möchte gerne noch ergänzen, dass mir die Aufgeschlossenheit der Teilnehmer und die gemeinschaftliche Atmosphäre sehr gut gefallen haben. Ich freue mich, den ein oder die andere demnächst auf openHPI wiederzusehen!

Stefanie Schweiger

 

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Über openHPI

openHPI ist die Internet-Bildungsplattform des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts. Bei openHPI können Sie in einem weltweiten sozialen Lernnetzwerk an interaktiven Online-Kursen zu verschiedenen Themen der Informationstechnologie (IT) teilnehmen.

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